Hätten sie von sich aus die Familie erfunden?

VON ELSA ARTMANN UND SAMUEL DUVOISIN

 

Für mehr Respekt vor Familien. (CDU)

Mehr Sicherheit für unsere Frauen und Töchter. (AfD)

Tod durch die Kugel - oder hinter Gitter, Couseng - für die Familie. (KMN Gang)

 

„Hätten Sie von sich aus die Familie erfunden?“ ist eine Recherche an zwei Orten: Straße und Studio. Vor dem Hintergrund der Werbung für die Familie im Bundestagswahlkampf 2017 beginnen wir Gespräche darüber, was die Familie leistet und für wen, und ob sie vielleicht einmal eine Pause machen sollte - über die scheinbare Notwendigkeit und die Tücken von Zugehörigkeit. Wie würdest du für ein Ende der Familie werben?

 

"Hätten Sie von sich aus die Ehe erfunden?", fragt Max Frisch in seinem Fragebogen zur Ehe. Wir tauschen die Ehe aus durch die Familie. Was, wenn für die Mehrheit der Menschen das Versprechen von "privater" Erfüllung, von Fürsorge, von Intergenerationalität anderswo situiert wäre als in der Familie? Zugleich muss ich anerkennen: Bevor von einem Ich, das einmal etwas erfindet, überhaupt die Rede sein konnte, hat die Familie mich erfunden; und alle Kritik und allen Wunsch zur Veränderung muss ich im Zusammenspiel sehen mit meiner eigenen Inkorporierung familistischer Moral und Sentimentalität.

 

Konzept Elsa Artmann und Samuel Duvoisin

Performance Anne-Lene Nöldner, Diana Treder, Elsa Artmann,

Kelvin Kilonzo, Samuel Duvoisin

 

Premiere 2. November 2018, Tanzfaktur Köln

weitere Vorstellungen 12. Dezember 2018, Tanzhaus NRW Düsseldorf

 

Nominiert für den KunstSalon Theaterpreis 2019

Mitwirkung als Tänzerin / Performerin

 

Foto: Arne Schmitt
Foto: Arne Schmitt